Maskenmuseum Ubud

Maskenmuseum Ubud

Nur wenige Kilometer vom trubeligen Stadtzentrum Ubuds entfernt trifft man auf eine Oase der Ruhe und Stille – das „Setia Darma House of Masks and Puppets“, wie es offiziell heißt. Das Maskenmuseum kann man durchaus mehrmals besuchen, nicht nur, weil der Eintritt frei ist oder wegen der Menge der ausgestellten Stücke ( mehr als 7000 …). Vielmehr offenbart jeder Besuch neue Erkenntnisse und Entdeckungen in dieser anthropologischen und kulturhistorischen Schatzkammer.

Am Parkplatz gibt es ein Informationsgebäude, von dort aus weisen überaus freundliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Weg. Man kann überall herumgehen, man kann alles fotografieren, man darf nur nichts anfassen – verständlich!

Was erwartet einen in diesem gepflegten, parkähnlichen Gelände? Ein javanischer Unternehmer, der die Masken liebt, hat verschiedene Häuser von Java nach Ubud bringen lassen und dort wieder aufgebaut, um sie als Ausstellungsräume für seine Masken und Stabpuppen („Wayang Kulit“) zu nutzen. Und das sind nicht wenige, über 7.000 Ausstellungsstücke hat er gesammelt. Deshalb können wir hier nur wenige Hinweise geben, die hoffentlich die Neugier wecken und ins Museum nach Ubud einladen …

Viele Reisende haben wahrscheinlich schon einmal bei einer Tanzvorführung den „Barong“ kennengelernt – ein zotteliges Wesen, unter dem sich oft zwei Tänzer verbergen, der Kopf eine Mischung aus wildem Eber, Hund oder Löwe. Die Darstellungsformen können von Region zu Region, ja, von Ort zu Ort unterschiedlich sein. Aber immer wird der Barong von den Balinesen als Symbol für das Gute verstanden – ganz im Gegensatz zu seinem furchterregenden Äußeren.

Barong

 

 

Das Gegenüber des Barong bildet im Barong-Tanz die dämonische Rangda, die das Böse verkörpert und mit dem Barong um die Herrschaft über Bali kämpft. Mit dieser erklärenden Symbolik wird normalerweise der Tanz den Touristen vorgestellt.

Daneben gibt es aber noch eine weitere Bedeutungsebene, die des „Barong-Landung“. Dabei tritt neben einem wilden schwarzen Mann eine wunderschöne weiße Frau auf. Der Mann steht für einen Hindu indischer oder balinesischer Abstammung, die Frau für eine Chinesin buddhistischen Glaubens. Damit wird „das Fremde als Teil der eigenen kulturhistorischen Vergangenheit ausgewiesen und … zugleich die multikulturelle Grundlage der balinesischen Gesellschaft symbolisch ausgedrückt, rituell eingespielt und normativ verankert“, schreibt dazu Volker Gottowick in seiner etnographischen Studie „Die Erfindung des Barong“ (S. 8).

Das Maskenmuseum dokumentiert diese Bedeutungsebene in der wunderschönen Maske der Jero Luh. Sie war die chinesische Prinzessin Kang Cing Wi, die König Jaya in Dalem Balingkang heiratete. Dazu passt, dass der Tempel Pura Dalem Balingkang in der Nähe von Kintamani am Batur-See deutlich chinesische Einflüsse erkennen lässt.

Jero Luh

Neben der Vielzahl an Masken, die die mythologischen Zusammenhänge der hinduistischen Religion oder die sagenhafte balinesische Geschichte illustrieren, gibt es auch solche, die die Emotionen ausdrücken, wie sie im Tanztheater vorkommen. Zwei besonders schöne Exemplare zeigen wir hier – einmal der Traum und zum zweiten die Meditation.

Mimpi – Traum

 

 

Semed – die Meditation

 

Das balinesische Theater mit seinen Göttersagen ist nicht denkbar ohne die Wayang Kulit Figuren. Auch davon zeigt das Museum eine beeindruckende Sammlung

Wir kennen in Ubud und wahrscheinlich auf ganz Bali keinen anderen Ort, an dem sich religionswissenschaftliche, anthropologische und kulturhistorische Schätze auf eine so einzigartige Weise mit ästhetischer Schönheit und Kunst verbinden.

 

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